Endspurt: Kandidaten für NRW-Wahl starten durch

 

Endspurt: Kandidaten für NRW-Wahl starten durch

Die Politiker zwischen Rhein und Maas haben sich längst warm gelaufen für den brandheißen Termin 14. Mai – um zumindest in dieser Hinsicht erste klare Antworten für den (potenziellen) Wähler zu liefern: Wer will für Aachen in den nordrhein-westfälischen Landtag rücken?

177.500 Wahlberechtigte, 18.500 Erstwähler

In der Stadt Aachen sind nach Auskunft des Presseamts für den Urnengang am 14. Mai 177.500 Wahlberechtigte registriert, davon rund 18.500 Erstwähler.

Wahlberechtigt sind alle Personen, die nach der jüngsten Landtagswahl am 13. Mai 2012
mindestens 18 Jahre alt geworden sind, mit Hauptwohnsitz in Aachen gemeldet sind und deren erste Staatsangehörigkeit deutsch ist.

Wahlvorschläge von Parteien, die „nicht im Landtag oder im Deutschen Bundestag aufgrund eines Wahlvorschlags aus dem Land ununterbrochen seit deren letzter Wahl vertreten sind“, müssen von 100 Wahlberechtigten des Wahlkreises persönlich und handschriftlich unterzeichnet sein. So ist es in Paragraf 19, Absatz 2 des Landeswahlgesetzes geregelt. Die Unterschriften werden von der Stadt geprüft.

2012 sahen die Ergebnisse bei den gültigen Zweitstimmen – sie entscheiden letztlich über die Zahl der Abgeordneten im Landesparlament – wie folgt aus: SPD 31,5 Prozent; CDU 24,3; Grüne 18,3; FDP 9,6; Piraten 9,4; Linke 3,1; andere: 3,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,75 Prozent.

Zwar rotiert das Kandidatenkarussell offiziell noch bis zum 27. März, punkt 18 Uhr. „Bis dahin können durchaus weitere Parteien ins Rennen um die Mandate auf Landesebene gehen“, erklärt Bettina Kuca, die als OB-Referentin gemeinsam mit dem Leiter des Wahlamts, Michael Riese, die organisatorischen Fäden in Sachen Urnengang in der Hand hält.

Fest aber steht allemal, dass die Blicke am Muttertag 2017 in besonderem Maße eben nicht nur Richtung Düsseldorf, sondern auch ins Dreiländereck gerichtet sein werden. Schließlich hat sich der CDU-Landesvorsitzende Armin Laschet fest vorgenommen, den Chefsessel der amtierenden „Landesmutter“, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), umgehend zu übernehmen. Der 56-jährige gelernte Jurist tritt auf Platz 1 der Landesliste und erneut als Direktkandidat für die CDU im Wahlkreis Aachen II an. Und hofft natürlich, dass am 14. Mai weit mehr Kreuzchen neben seinem Namen gemacht werden als bei seiner Landtagskandidatur vor fünf Jahren.

Seinerzeit hatte SPD-Konkurrentin Daniela Jansen (39) sich mit 38,3 Prozent der Stimmen klar gegen Laschet (34,1 Prozent) durchsetzen können. Und nicht nur das. Überhaupt ist die Landtagswahl anno 2012 als politisches Desaster in die Annalen der Aachener CDU eingegangen. Die SPD konnte seinerzeit bei den Zweitstimmen immerhin 31,5 Prozent erzielen, während die Christdemokraten gerade einmal 24,3 Prozent verbuchten. Anders als seine CDU-Kollegin Ulla Thönnissen (53) zog Laschet allerdings sofort über seinen Listenplatz ins Düsseldorfer Parlament ein.

Auch die Aachener Parteichefin Thönnissen – sie rückte erst im April 2015 in die NRW-Fraktion nach – unterlag im Wahlkreis II deutlich gegen ihren Amtskollegen von der SPD. Karl Schultheis (64) gewann das Duell seinerzeit mit 40,0 Prozent, Thönnissen erhielt nur 30,8 Prozent. Auch dieses Duell geht nun quasi in die nächste Etappe: Beide setzen erneut zum Sprung Richtung Rhein an.

Ebenso wie die Diplom-Pädagogin Thönnissen, die jetzt auf Listenplatz 33 rangiert, ist Karin Schmitt-Promny (63) vor zwei Jahren per Liste in den Landtag nachgerückt. Als Kandidatin der Grünen steigt auch die studierte Soziologin (mit Listenplatz 17) erneut in den politischen Ring. 2015 konnte Schmitt-Promny im Wahlkreis Aachen II 11,3 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen, bei den Zweitstimmen kamen die Grünen auf 18,3 Prozent.

An ihrer Seite steht als potenzieller Nachfolger des ausscheidenden langjährigen Grünen-Promis Reiner Priggen jetzt Ratsherr Jonas Paul (37, Listenplatz 32). Erstmals für die FDP tritt die Journalistin Claudia Cormann (54, Listenplatz 32) an, ebenso wie Peter Blum (Jahrgang 1950, Listenplatz 56), selbstständiger Kaufmann und Ratsherr. Die Liberalen errangen bei der letzten NRW-Wahl 9,6 Prozent der Zweitstimmen in Aachen.

Für die Linke – sie schnitt vor fünf Jahren mit 3,1 Prozent ab – sind der 52-jährige Kommunikationselektroniker Robert Schwedt und Igor Gvozden (24), Student der Elektrotechnik, nominiert. Unter der Flagge der Piraten segeln Stefan Kuklik (46), derzeit tätig als Softwaremanager, und Udo Pütz (41), seines Zeichens Fraktionschef der Piraten im Rat und selbstständiger EDV-Fachmann. 2010 kam die junge Partei auf 9,4 Prozent. Für die AfD gehen der Mathematiker Bernd Reichert (Jahrgang 1955) sowie Roger Lebien (42), Groß- und Außenhandelskaufmann, an den Start.

Weitere Nominierungen für Direktkandidaten liegen nach AZ-Informationen bislang nicht vor. Doch der Wahlzettel dürfte bis zum Stichtag 27. März durchaus noch umfangreicher werden. Offiziell gemeldet als Bewerber um Zweitstimmen sind neben den oben genannten bislang: Die Partei, Die Violetten, MLPD, ÖDP, Die Rechte, DKP und die V-Partei³

Von: Matthias Hinrichs, 10. März 2017 AZ
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/endspurt-kandidaten-fuer-nrw-wahl-starten-durch-1.1577188#plx482722835

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