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Presse
25.11.2010, 12:04 Uhr | Übersicht | Drucken
Schlossgespräch
SCHLEIDEN: Europa-Politiker direkt befragen


Elmar Brok, außenpolitischer Sprecher der Fraktion der Europäischen Volkspartei, und EU-Parlamentarierin Sabine Verheyen waren diesmal die Podiumsgäste. Moderiert wurde die Diskussion von Claudia Cormann.


Kölner Rundschau
9.11.2010
 
"Die Eifel ist das grüne Herz Europas"
 
Elmar Brok und Sabine Verheyen sprachen beim Schleidener Schlossgespräch
 
IRENE LANGE Kölner Rundschau
 
SCHLEIDEN. Europa-Politiker einmal direkt befragen zu können, ließen sich viele Schleidener Bürger sowie einige Vertreter der Wirtschaft nicht entgehen. Sie waren der Einladung zum Schlossgespräch im Schleidener Schlossrestaurant gefolgt. Initiator dieser inzwischen über das Schleidener Tal hinaus beachteten Veranstaltung ist Hans-Georg Hübner, Ehrenvorsitzender der Senioren-CDU, Stadtverband Schleiden. Thema des Abends: "Die heimische Wirtschaft in der europäischen und globalen Zerreißprobe".
Fernseh-Journalistin moderierte
Direkt aus Kiew in die Eifel "eingeflogen" kam Elmar Brok. Er ist außenpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion des Europäischen Parlaments und gleichzeitig Vorsitzender der US-Delegation des Europäischen Parlaments. Während er sich mehr den internationalen Fragen zuwandte, stand Sabine Verheyen aus Aachen als Mitglied des Europäischen Parlaments speziell für Themen zur Eifelregion zur Verfügung. Mit der bekannten Fernseh-Journalistin und -Redakteurin des WDR, Claudia Cormann, war auch die Moderation professionell. Schirmherr war der auch für den Bereich Dahlem, Schleiden und Hellenthal zuständige CDU-Landtagsabgeordnete Rolf Seel. Als Gäste waren unter anderem der Landtagsabgeordnete Klaus Voussem und der Vorsitzende des CDU Stadtverbandes Schleiden, Dirk Lammert, erschienen.
"Auf den ersten Blick ist die Eifel weit weg von Europa. Doch wenn man genau hinschaut, ist sie das grüne Herz. Von oben aus dem Weltraum ist sie mitten drin", stellte Moderatorin Claudia Cormann zu Beginn fest. Zunächst befasste sich Elmar Brok mit Fragen des europäischen und globalen Marktes. Nach seiner Auffassung ist dieser nicht mehr allein national zu regeln. Zum Konkurrenzkampf sagt er: "Wir müssen soviel besser sein wie wir teurer sind." Brok warnte mit Blick auf die aktuellen Demonstrationen (Stuttgart 21, Castor-Transport) davor, Infrastruktur nicht zuzulassen, weil man Belastungen fürchte. "Dann braucht sich keiner zu wundern, wenn in zehn Jahren keiner mehr Arbeit hat." Nach seiner Erfahrung ernten die Proteste im Ausland nur Kopfschütteln. Mit konkreten Zahlen hinsichtlich der Förderung der Region durch EU-Mittel konnte Europaparlamentarierin Sabine Verheyen aufwarten. Der größte Teil wird für das Projekt Vogelsang bereitgestellt, nämlich insgesamt etwa 42 Millionen Euro, wovon 50 Prozent aus EU-Mitteln kommen. In das Stadtgebiet Schleiden seien zudem aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds im Jahr 2009 rund eine Million Euro geflossen. Zum Projekt "Qualitätsoffensive Wandern im Stadtgebiet Schleiden" gab es zu der Gesamt-Projektsumme in Höhe von rund 81 000 Euro eine beantragte EU-Förderung von 34 000 Euro.
Da seit Ende 2007 die NRW-Eifel eine von zwölf Leader-Regionen in NRW sei, stünden ihr noch bis 2013 Fördermittel zur Verfügung, wobei auch der Tourismus eine besondere Rolle spiele. Auch Sabine Verheyen scheint durchaus klar zu sein, dass noch viele Probleme der Region auf Lösungen warten, unter anderem die Unterversorgung in manchen Gebieten mit einem schnellen Datennetz.
Ein weiteres Thema schnitt sie an, das ihr offensichtlich auf der Seele liegt: der sexuelle Missbrauch von Kindern. Davor sei man auch im ländlichen Raum nicht gefeit. Besonders über das Internet machten sich immer mehr Pädophile an Kinder heran. Hier seien die Eltern zu Wachsamkeit und Aufklärung aufgerufen. Darüber hinaus werde in der Kriminalitätsbekämpfung zwar zusammen gearbeitet, jedoch sei die personelle Ausstattung, gerade was den Bereich der Bekämpfung von Internet-Kriminalität angehe, nicht ausreichend. Da müsse es europaweit zu deutlichen Verbesserungen kommen.
 
 
 
 
Schlossgespräch
„Nicht nur den Zeigefinger heben“
Von Gudrun Klinkhammer, 09.11.10, 17:34h
Elmar Brok, außenpolitischer Sprecher der Fraktion der Europäischen Volkspartei, und EU-Parlamentarierin Sabine Verheyen waren diesmal die Podiumsgäste. Moderiert wurde die Diskussion von Claudia Cormann.
 
 
 
 
Schleiden - Elmar Brok und Sabine Verheyen hatte Hans-Georg Hübner, der Ehrenvorsitzende der Schleidener Senioren-Union, als Podiumsgäste für das fünfte „Schlossgespräch“ im Restaurant des Schlosses gewinnen können. Wie Hübner betonte, handelt es sich beim Schlossgespräch um ein Angebot für alle Schleidener Bürger. Der Einladung waren nach Hübners Zählung 65 Personen gefolgt, bei denen es sich allerdings überwiegend um Mitglieder des CDU-Stadtverbandes handelte, der als Mitinitiator auftrat.
Das Thema des Abends lautete: „Die heimische Wirtschaft in der europäischen und globalen Zerreißprobe.“ Die Moderation übernahm Fernsehmoderatorin Claudia Cormann.
Der CDU-Politiker Elmar Brok, der in Ostwestfalen-Lippe zu Hause ist, ist außenpolitischer Sprecher der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), zudem Vorsitzender der US-Delegation des Europäischen Parlaments. Die Aachenerin CDU-Politikerin Sabine Verheyen gehört ebenfalls dem EU-Parlament an.
Claudia Cormann stellte die Eifel in ihrer Anmoderation als „Grünes Herz Europas“, als „mittendrin im europäischen Geschehen“ vor.
Ja zur Industrie
Brüssel liege nur zwei Stunden entfernt. „Was bedeutet das nun für die Region, wenn Europa immer größer wird?“, fragte Cormann. Brok erläuterte, dass es für die Bundesrepublik zum Beispiel nicht richtig sei, sich von der Industrie im Land abzuwenden. Brok: „Industrie ist die Basis für ein Land, das keine Rohstoffe besitzt.“
In diesem Zusammenhang forderte der Europapolitiker einen globalen Rahmen, in dem Wirtschaft, auch Finanzwirtschaft, stattfinden könne. „Das ist unsere Erkenntnis aus der letzten Weltwirtschaftskrise.“ Zu diesem Rahmen gehöre beispielsweise auch ein weltweit gleich lautendes Urheberrecht. Brok: „Derzeit ist es doch so: Je stärker ein Land vorangeht, desto mehr Angst muss es haben, dass die neuen Ideen abgekupfert und für weniger Geld kurze Zeit später auf den Markt gebracht werden.“
Auch die sozialen Standards müssten angeglichen werden. Als Druckmittel könne den Europäern dienen, dass sie ein Drittel des Weltvermögens besitzen und 26 Prozent des Welthandels steuern. Ziel müsse es sein, trotz des demographischen Wandels den Status zu halten. Brok: „In 30 Jahren werden die Europäer noch vier oder fünf Prozent der Weltbevölkerung darstellen.“
Zum Thema „Kriminalität“ meinte der EU-Politiker: „Auch hier muss grenzüberschreitend gedacht werden, denn auch die Kriminalität ist grenzüberschreitend.“ Es könne etwa nicht angehen, dass die Polizei in Nordrhein-Westfalen noch keine digitalen Funkgeräte besitze. Dazu Cormann: „Jeder Einbrecher ist besser ausgestattet als die hiesige Polizei.“
Sabine Verheyen ging auf die aktuelle Förderphase ein, die Ende 2013 ausläuft und derzeit neu verhandelt wird. Auch die Eifel habe von diversen Töpfen und Programmen stark profitiert. Ein Paradebeispiel sei Vogelsang, in das insgesamt 40 Millionen Euro gepumpt werden sollen. 50 Prozent dieser Summe trägt die Europäische Union.
Der Schleidener Unternehmer Elmar Scholzen wollte von den CDU-Abgeordneten wissen, ob die Zwangsmitgliedschaft für Betriebe in der Industrie- und Handelskammer nicht gegen das Gesetz verstoße, da im angrenzenden Belgien die damit einhergehenden Kosten nicht anfielen. So etwas liege immer noch im Ermessen eines einzelnen Staates, meinten dazu die Politiker. Auf die Frage, ob sie ein Krimi-Hotel in Vogelsang gut heißen würde, meinte Sabine Verheyen: „Manche haben moralische Bedenken. Man kann aber nicht nur den Zeigefinger heben.“
 
 
08.11.2010 - Schleidener Schlossgespräche mit Elmar Brok MdEP
Schleiden - Zur 5. Auflage der Schleidener Schlossgespräche konnte Schirmherr Rolf Seel MdL seine Kollegen aus dem Europaparlament Elmar Brok MdEP (Außenpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion) und unsere heimische Europaabgeordnete Sabine Verheyen begrüßen. Unter der Moderation der WDR-Redakteurin Claudia Cormann diskutierte man das Thema: "Heimische Wirtschaft in der europäischen und globalen
 Elmar Brok, Claudia Cormann und Sabine Verheyen (von links) bildeten das Podium. (Bild: Klinkhammer)

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